Ausbildungsrichtlinien DKG

DKG-Empfehlung zur Ausbildung und Prüfung
von
Operationstechnischen Assistentinnen / Assistenten

 - Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 31. März 2004 -

I. Aufgabengebiete
 
§ 1 Ziel der Ausbildung
 
(1) Die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin / zum Operations-
     technischen Assistenten (OTA) soll die Schülerinnen und Schüler* mit
     den vielfältigen Aufgaben im Operationsdienst und den folgenden
     Funktionsbereichen:
 
     - Ambulanz
     - Endoskopie und
     - Zentralsterilisation
 
     vertraut machen.


Die Ausbildung soll ihnen die zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlichen speziellen
Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln.
 
 
(*mit der Bezeichnung "Schüler" sind im weiteren Text auch die Schülerinnen gemeint.)
 
(2) Zu den Aufgaben einer / eines OTA zählen insbesondere
 
 - die fachkundige Betreuung der Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung
   ihrer physischen und psychischen Situation während ihres OP- und Funktions-
   abteilungsaufenthaltes,

 - die selbständige Organisation und Koordination der Arbeitsabläufe in
   den genannten Funktionsabteilungen, die Vor- und Nachbereitung
   des Operationssaales,

 - die Vorbereitung bevorstehender Operationen einschließlich der Instrumente, die
   Unterstützung der operierenden Gruppe vor, während und nach der Operation
   (Springertätigkeit),

 - die Instrumentation in den unterschiedlichen Fachbereichen,

 - die Wiederaufbereitung des Instrumentariums,

 - die Sachkenntnis und Wartung von medizinischen Apparaten und Materialien,

 - die Verantwortung für aseptische Arbeitsweise,

 - die Verantwortung für die Durchführung hygienischer Maßnahmen, administrative
   Aufgaben,

 - die Anleitung beziehungsweise Ausbildung von neuen Mitarbeitern und Schülern.

(3) Die Befähigung zur Übernahme der genannten Aufgaben soll durch theoretische
     und praktische Ausbildung, insbesondere auch durch Vermittlung patienten-
     orientierter Verhaltensweisen und Einstellungen, erzielt werden.
 
 
§ 2
 
(1) Wer einen dreijährigen Ausbildungsgang entsprechend dieser Empfehlung
     erfolgreich absolviert hat, darf die Bezeichnung "Operationstechnische
     Assistentin / Operationstechnischer Assistent (DKG)" führen.
 
 
(2) Im übrigen wird eine Ausbildung anerkannt, wenn die Gleichwertigkeit des
     Ausbildungsstandes nachgewiesen wird. Auf Antrag kann eine andere
     abgeschlossene Ausbildung im Umfang ihrer Gleichwertigkeit bis zu zwei Dritteln
     der Gesamtstunden der Ausbildung auf die Dauer einer Ausbildung nach
     § 5 Abs. 1 angerechnet werden.
    
II. Schulen
 
§ 3
 
(1) OTA-Schulen sind mit dem Krankenhaus verbundene Einrichtungen, die als zur
     Ausbildung geeignet anerkannt worden sind.
 
 
(2) OTA-Schulen sind geeignet für die Ausbildung, wenn

     1. sie entweder von einer Lehrerin / einem Lehrer oder gemeinsam von einer
         Lehrerin/einem Lehrer und einer Fachärztin / einem Facharzt eines operativen
         Fachgebietes oder einer Lehrerin / einem Lehrer und der Pflegedienstleitung
         geleitet werden und

         eine Gesundheits- und Krankenpflegerin/ein Gesundheits- und
         Krankenpfleger /eine Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/ein
         Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger für den Operationsdienst
         beziehungsweise eine / ein OTA mit didaktischer und pädagogischer
         Vorbildung hauptamtlich für die Ausbildung tätig ist (verantwortliche Leiterin /
         Leiter der Ausbildung);

     2. eine im Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze ausreichende Zahl von
         Lehrerinnen / Lehrern, Fachkrankenpflegepersonen für die entsprechenden
         Funktionsdienste bzw. OTA´s sowie an der Ausbildung mitwirkenden
         Fachärztinnen /-ärzten und weiteren Fachkräften zur Verfügung steht;

     3. ausreichende, unter Anleitung stehende Arbeitsplätze für die praktische
         Ausbildung in den Fachgebieten und Bereichen gemäß §5 Abs. 5
         nachgewiesen werden;

     4. die erforderlichen Räume und Einrichtungen, Lehr- und Lernmittel für den
         Unterricht zur Verfügung stehen;

     5. eine sinnvolle Kopplung der theoretischen und praktischen Ausbildung
         gewährleistet ist;

     6. ein detaillierter Lehrplan mit Lernzielen und zugeordneter Dozenten-
         qualifikation vorliegt.

 III. Ausbildung

§ 4 Voraussetzung für die Teilnahme

(1) Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung nach § 5 Abs. 1 ist

    1. dass die Bewerberin oder der Bewerber in gesundheitlicher Hinsicht zur
        Ausübung des Berufes geeignet ist und
    2. der Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige, abgeschlossene
        Schulbildung oder
    3. der Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung, zusammen mit
        a) einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung mit einer vorgesehenen
            Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren oder
        b) die Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer oder einer
            erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Ausbildung von
            mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe

(2) Für Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, Gesundheits- und Krankenpfleger,
     Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und Gesundheits- und
     Kinderkrankenpfleger kann die Ausbildung auf  Antrag um zwölf Monate verkürzt
     werden, wenn mindestens eine Tätigkeit von sechs Monaten im
     Operationsdienst nachgewiesen ist.

(3) Für Arzthelferinnen/ Arzthelfer kann die Ausbildung um sechs Monate verkürzt
    werden, wenn sie mindestens eine Tätigkeit von sechs Monaten im
    Operationsdienst bzw. operativen Bereich (z.B. bei einem niedergelassenen
    Chirurgen) nachweisen können und darüber hinaus gegebenenfalls eine
    Aufnahmeprüfung an der OTA-Schule bestehen.

 
§ 5 Form, Dauer und Gliederung der Ausbildung

(1) Die Ausbildung für Operationstechnische Assistentinnen/Assistenten dauert unabhängig vom 
     Zeitpunkt der Abschlussprüfung drei Kalenderjahre. Sie findet an anerkannten OTA-Schulen als
     Lehrgang mit theoretischem und praktischen Unterricht sowie mit einer in den Lehrgang
     eingegliederten praktischen Ausbildung in künftigen Aufgabenbereichen statt. Beim praktischen
     Einsatz muss der Ausbildungsauftrag gewahrt bleiben.

(2) Der Lehrgang umfasst
     1. mindestens 1600 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht,
     2. mindestens 3000 Stunden praktische Ausbildung unter fachkundiger Anleitung
         an obligtorischen und fakultativen Einsatzplätzen,
     3. die Prüfung.

(3) Es ist empfehlenswert, die theoretische Ausbildung im Rahmen von Studientage
     mit Blockwochen zu vermitteln.

(4) Der theoretische und praktische Unterricht umfasst folgende Unterrichtsfächer:

 

Unterrichtsfächer

Mindeststundenzahl

Berufsfachkunde
- Allgemeine und spezielle OP-Lehre
- Betreuung und technische Assistenz in den
  Tätigkeitsfeldern Ambulanz und Endoskopie

430

Anatomie / Physiologie
- Topographische Anatomie

160

Anästhesie / Notfallversorgung
- Grundlagen der Anästhesie
- Erste Hilfe und Reanimation

50

Arzneimittellehre

40

Berufs- , Gesetzes- und Staatsbürgerkunde

90

Chirurgie
- Grundlagen der Chirurgie
- Gefäßchirurgie
- Gynäkologie und Geburtshilfe
- Handchirurgie
- Herz-Thorax-Chirurgie
- HNO
- Kinderchirurgie
- MKG
- Neurochirurgie
- Ophthalmologie
- Orthopädie
- Plastische- und Wiederherstellungschirurgie
- Traumatologie
- Urologie
- Viszerale Chirurgie

330
20
20
20
10
20
20
10
10
20
10
20
10
40
20
80

Hygiene und medizinische Mikrobiologie
- Zentrale Sterilgut- und Versorgungs-
  Abteilung (ZSVA)

- Allgemeine Hygiene und Umweltschutz
- Krankenhaushygiene
- Medizinsche Mikrobiologie

100

Krankheitslehre
- Allgemeine Krankheitslehre
- Innere Medizin

50

Krankenhausbetriebslehre
- Organisation und Dokumentation
- EDV

50

Physik und Chemie

40

Psychologie und Soziologie

80

Sozialmedizin

20

Strahlenschutz

24

Lehr- und Lernmethodik, Anleitung

30

Unfallverhütung

10

Zur freien Verfügung

96


(5) Die praktische Ausbildung in den folgenden Fachgebieten und Bereichen statt:

 

1. Chirurgische Fachgebiete

Mindeststundenzahl

    - Viszerale Chirurgie

600

    - Traumatologie oder Orthopädie

600

    - Gynäkologie oder Urologie

200

 

 

 

2. Weitere chirurgische Fachgebiete
    (fakultativ)

600

    - Gefäßchirurgie

    - Augenchirurgie

    - Plastische Chirurgie

    - HNO

    - Thoraxchirurgie

    - Neurochirurgie

    - und andere

 

 

 

3. Ambulanz / Notfallaufnahme

250

 

 

 

4. Zentralsterilisation

120

 

 

 

5. Endoskopie

200

 

 

 

6. Pflegepraktikum auf einer Station
     eines chirurgischen Fachgebiets

100

 

 

 

7. Zur Verteilung auf die Bereiche 1 und 2

200

 

 

 

8. Zur Verteilung auf die Bereiche 3 und 6

130

 

 

 

Gesamt:

3000

§ 6 Anrechnung von Fehlzeiten

(1) Auf die Dauer einer Ausbildung nach § 5 Abs. 1 werden angerechnet
     1. Urlaub, einschließlich Bildungsurlaub
     2. Unterbrechung durch Krankheit oder aus anderen, von der Schülerin oder
         dem Schüler nicht zu vertretenden Gründen bis zu zehn Prozent der Stunden
         des Unterrichts sowie zu zehn Prozent der Stunden der praktischen
         Ausbildung nach § 5 Abs. 2 Nr. 2 und
     3. Unterbrechung wegen Schwangerschaft bei Schülerinnen; die Unterbrechung
         der Ausbildung darf einschließlich der Fehlzeiten nach Nummer 2 eine
         Gesamtdauer von 14 Wochen nicht überschreiten

(2) Auf Antrag können auch darüber hinausgehende Fehlzeiten berücksichtigt werden, soweit eine
     besondere Härte vorliegt und das Ausbildungsziel durch die Anrechnung nicht gefährdet wird.

 
IV. Prüfung

§ 7 Prüfungsausschuss

(1) Von der Schule ist ein Prüfungsausschuss zu bilden.
(2) Der Prüfungsausschuss besteht aus
     1. der Schulleitung,
     2. den an der Ausbildung verantwortlich beteiligten Fachärzten,
     3. mindestens einer an der Ausbildung beteiligten Lehrkraft (Gesundheits- und Krankenpflegerin /
        Gesundheits- und Krankenpfleger/Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/Gesundheits- und
        Kinderkrankenpfleger bzw. OTA) mit entsprechender OP-Erfahrung,
     4. gegebenenfalls einer Fachprüferin oder einem Fachprüfer, die oder der als Praxisanleitung nach
         § 5 Abs. 2 Nr. 2 tätig ist,
     5. gegebenenfalls einem Medizinalbeamten/einer Medizinalbeamtin der zuständigen Behörde.

(3) Der Träger der OTA-Schule bestellt widerruflich die Vorsitzende / den Vorsitzenden und auf
     Vorschlag der Leitung der Ausbildung die übrigen Mitglieder des Prüfungsausschusses.
     Sofern der Vorsitz nicht durch eine(n) Medizinalbeamtin/Medizinalbeamten der zuständigen Behörde
     wahrgenommen wird, ist er von einer gemäß Abs. 2 der die Prüfung durchführenden OTA-Schule
     wahrzunehmen. Für jedes Mitglied des Prüfungsausschusses sind Stellvertreter zu bestellen. Der
     Träger der OTA-Schule kann als Beobachter eine Person aus einer anderen von der DKG
     anerkannten OTA-Schule hinzuziehen. Diese Person ist nicht stimmberechtigt.

(4) Prüfer sind Lehrkräfte des jeweiligen Fachgebietes.

(5) Der Prüfungsausschuss entscheidet mit Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme
     der / des Vorsitzenden den Ausschlag.

 
§ 8 Zulassung zur Prüfung

(1) Die oder der Vorsitzende entscheidet auf Antrag des Prüflinge über die Zulassung zur Prüfung und
     setzt die Prüfungstermine im Benehmen mit der Schulleitung fest. Der Prüfungsbeginn soll nicht
     früher als drei Monate vor dem Ende der Ausbildung liegen.

(2) Die Zulassung zur Prüfung wird erteilt, wenn folgende Nachweise vorliegen:
     1. die Geburtsurkunde oder ein Auszug aus dem Familienbuch der Eltern und alle Urkunden, die
         eine spätere Namensänderung bescheinigen,
     2. die Bescheinigung über die Teilnahme am theoretischen Unterricht nach § 5,
     3. die Bescheinigung über die Teilnahme am praktischen Unterricht nach § 5,
     4. Bescheinigung über die abgeleisteten praktischen Einsätze nach § 5,
     5. mit mindestens „ausreichend“ bewertete theoretische und praktische Leistungen während der 
        Ausbildung durch die Lehrkräfte des Ausbildungslehrganges unter Verwendung des in § 15 
        vorgesehenen Bewertungsmaßstabes.

(3) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses setzt auf Vorschlag der OTA-Schule eine
     Vornote für den schriftlichen, den mündlichen und den praktischen Teil der Prüfung fest. Die
     jeweilige Vornote ergibt sich aus den Bescheinigungen nach § 8 Abs. 2 Nr. 5. Die Vornoten werden
     bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses nach § 18 Abs. 1 jeweils mit einem Anteil von 25 von
     Hundert berücksichtigt.

 § 9 Zeitpunkt der Prüfung

(1) Die Zulassung sowie die Prüfungstermine sollen dem Prüfling spätestens vier Wochen vor
     Prüfungsbeginn schriftlich mitgeteilt werden.

(2) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses setzt im Einvernehmen mit der Leitung der
     Ausbildung den Zeitpunkt der Prüfungsteile fest und veranlassen die Ladung der Prüflinge und des
     Prüfungsausschusses.

 
§ 10 Erkrankung, Rücktritt, Versäumnis

(1) Ist der Prüfling durch Krankheit oder sonstige von ihm nicht zu vertretende Umstände an der
     Ablegung der Prüfung oder von Prüfungsabschnitten verhindert, so hat er dies bei Erkrankung
     durch ein ärztliches Zeugnis, im übrigen in sonst geeigneter Form, unverzüglich nachzuweisen.

(2) Der Prüfling kann in begründeten Fällen mit Genehmigung der Vorsitzenden/des Vorsitzenden von
     der Prüfung zurücktreten.

(3) Vor Beginn eines jeden Teils der Prüfung ist der Prüfling zu befragen, ob er gesundheitliche
     Bedenken gegen seine Prüfungsfähigkeit vorzubringen hat.

(4) Bricht der Prüfling aus den in Abs. 1, 2 oder 3 genannten Gründen die Prüfung ab, so wird die
     Prüfung an einem vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu bestimmenden Termin
     fortgesetzt. Der Prüfungsausschuss entscheidet, in welchem Umfang die bereits geprüften Fächer
     anzurechnen sind.

(5) Erscheint ein Prüfling ohne ausreichende Begründung an einem Prüfungstag nicht
     oder tritt er ohne Genehmigung des Vorsitzenden zurück, so gilt der jeweilige
     Prüfungsteil als nicht bestanden.

 
§ 11 Gliederung der Prüfung

(1) Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung.

(2) Der Prüfling legt die Prüfung an der OTA-Schule ab, an der er die Ausbildung abschließt.

(3) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses leitet die Prüfung. Sie / Er bestimmt im
     Einvernehmen mit der Leitung der Ausbildung die Prüfer für die einzelnen Schwerpunkte und die
     Teile der Prüfung. Sie/Er ist jederzeit berechtigt, sich an der Prüfung zu beteiligen.

(4) Die Prüfung ist nicht öffentlich. Der Prüfungsausschuss kann einzelnen Personen bei Nachweis 
     eines berechtigten Interesses gestatten, als Zuhörer an der Prüfung teilzunehmen. 

 § 12 Schriftliche Prüfung

(1) Die schriftliche Prüfung besteht aus unter Aufsicht anzufertigenden Arbeiten. Sie finden an 2
    aufeinander folgenden Tagen statt.

(2) Der Prüfling hat zu den Unterrichtsfächern

    1.Berufsfachkunde und Hygiene

    2.Chirurgische Fachgebiete und Krankheitslehre

    3.Anatomie und Physiologie

    4.Berufs-,Gesetzes-und Staatsbürgerkunde

    schriftlich gestellte Fragen / Aufgaben zu beantworten.

(3) Die Aufsichtsarbeiten in den Unterrichtsfächern 1 und 2 dauern jeweils 120 Minuten, in den
    Unterrichtsfächern 3 und 4 jeweils 60 Minuten. Jede Aufsichtsarbeit ist von 2 Fachprüfern
    unabhängig voneinander zu benoten.

(4) Die Prüfungsnote für den schriftlichen Teil wird wie folgt ermittelt:

    Fach 1 mit dem Faktor 3 multiplizieren,

    Fach 2 und Fach 3 mit dem Faktor 2 multiplizieren,

    Fach 4 mit dem Faktor 1 multiplizieren.

    Die Summe der gewichteten Noten wird durch die Summe der Faktoren dividiert.  

§ 13 Mündliche Prüfung

(1) Der mündliche Teil der Prüfung erstreckt sich auf folgende Unterrichtsfächer:

    - Berufsfachkunde und Hygiene

    - Chirurgische Fachgebiete einschließlich Anatomie/ Physiologie

    - Psychologie, Soziologie und Sozialmedizin.

(2) Geprüft wird einzeln oder in Gruppen bis zu 4 Prüflingen. In den vorgenannten Unterrichtsfächern
    soll der Prüfling mindestens 10 Minuten und nicht länger als 15 Minuten geprüft werden.

(3) Jedes der vorgenannten Unterrichtsfächer wird von mindestens einem Fachprüfer abgenommen
    und benotet.

Aus dem Durchschnitt der Noten der Fachprüfer bildet der Vorsitzende des Prüfungsausschusses
 im Benehmen mit den Fachprüfern die Prüfungsnote für den mündlichen Teil der Prüfung.

 § 14 Praktische Prüfung

(1) Der praktische Teil der Prüfung wird mindestens von einer Fachprüferin oder einem Fachprüfer
    nach §7 Absatz 2 Nr.3 und/oder einer Fachprüferin oder einem Fachprüfer nach §7 Absatz 2 Nr.4 in
    einer Operationsabteilung abgenommen und unabhängig voneinander benotet.

(2) Die Prüfung beinhaltet folgende Aufgabenstellungen:

    1.Einholen von Informationen über die geplante Operation, einschließlich Erstellung einer
       Dokumentation,

    2.Darstellung des geplanten Arbeitsablaufs,

    3.Vorbereitung,Instrumentation und Nachsorge der Operation.

(3) Die Auswahl der Operation erfolgt durch die Fachprüfer im Einvernehmen mit der/dem
    verantwortlichen Operateurin/Operateur.

(4) Die Prüfungsdauer umfasst einschließlich Absatz 2 Nr.1 insgesamt in der Regel maximal 6 Stunden
    und kann auf 2 aufeinander folgende Tage verteilt werden. Sofern durch die Dauer der Operation
    die Gesamtprüfungszeit unterschritten wird, kann der Prüfling im Anschluss bis zur Vollendung der 
    sechsten Stunde im Rahmen der Springertätigkeit geprüft werden.

(5) Die Fachprüfer ermitteln die Note getrennt. Aus den Noten der Fachprüfer bildet die oder der
    Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Benehmen mit den Fachprüfern die Prüfungsnote für den
    praktischen Teil der Prüfung.

  § 15 Benotung

Für die nach dieser Ausbildungs- und Prüfungsempfehlung zu bewertenden Leistungen gelten folgende Noten:

„sehr gut “(1),
wenn die Leistung den Anforderungen in besonderem Maße entspricht
(bei Werten bis unter 1,5),

„gut “(2),
wenn die Leistung den Anforderungen voll entspricht
(bei Werten von 1,5 bis unter 2,5),

„befriedigend “(3),
wenn die Leistung im Allgemeinen den Anforderungen entspricht
(bei Werten von 2,5 bis unter 3,5),

„ausreichend “(4),
wenn die Leistung zwar Mängel aufweist, aber im ganzen den Anforderungen noch entspricht (bei Werten von 3,5 bis unter 4,5),

„mangelhaft “(5),
wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt,
dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit
behoben werden können (bei Werten von 4,5 bis unter 5,5),

„ungenügend “(6),
wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht und selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind,
dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können (bei Werten ab 5,5).
 

§ 16 Niederschrift

Über die Prüfung ist für jeden Prüfling eine Niederschrift zu fertigen, aus der Gegenstand,
Ablauf und Ergebnis der Prüfung und etwa vorkommende Unregelmäßigkeiten hervorgehen.
Die Niederschrift ist vom Vorsitzenden und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen.
Schriftliche Aufsichtsarbeiten sind 3, Anträge auf Zulassung zur Prüfung und Prüfungsniederschriften sind 10 Jahre aufzubewahren.

 

§ 17 Täuschungsversuche und Ordnungsverstöße

Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses kann bei Prüflingen, die die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung in erheblichem Maße gestört oder sich eines Täuschungsversuchs schuldig gemacht haben, den betreffenden Teil der Prüfung für nicht bestanden erklären; §18 Absatz 3 gilt entsprechend. Eine solche Entscheidung ist im Falle der Störung der Prüfung nur bis zum Abschluss der gesamten Prüfung, im Falle eines Täuschungsversuchs nur innerhalb von 3 Jahren nach Abschluss der Prüfung zulässig.

 

§ 18 Gesamtergebnis, Bestehen und Wiederholung der Prüfung

(1) Nach den Ergebnissen der schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung
     ermittelt der Prüfungsausschuss unter Berücksichtigung der während der
     Ausbildung gezeigten Leistungen nach §8 Absatz 3 und unter Verwendung des in
     §15 vorgesehenen Bewertungsmaßstabs das Gesamtergebnis der Prüfung.

(2) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeder der nach §11 Absatz 1 vorgeschriebenen
     Prüfungsteile mit mindestens „ausreichend “ bewertet wird.

(3) Jeder Prüfungsteil nach §11 Absatz 1 kann einmal wiederholt werden, wenn der
     Prüfling in diesem Prüfungsteil die Note „mangelhaft “oder „ungenügend“
     erhalten hat.

(4) Hat der Prüfling alle Teile oder nur den praktischen Teil der Prüfung zu
     wiederholen, so darf er zur Wiederholungsprüfung nur zugelassen werden, wenn
     er an einer weiteren, spezifischen Prüfungsvorbereitung teilgenommen hat, deren
     Dauer und Inhalt von der Vorsitzenden/dem Vorsitzenden des
     Prüfungsausschusses im Benehmen mit den Fachprüferinnen oder Fachprüfern
     bestimmt wird. Die weitere Ausbildung darf die Dauer eines Jahres nicht
     überschreiten. Ein Nachweis über die weitere Ausbildung ist dem Antrag des
     Prüflings auf Zulassung zur Wiederholungsprüfung beizufügen.

(5) Die Wiederholungsprüfung muss spätestens 12 Monate nach der letzten Prüfung
     abgeschlossen sein. Der Prüfungsausschuss bestimmt den Prüfungstermin.

 § 19 Zeugnis

Über die Prüfung erhält der Prüfling ein Zeugnis (vergleiche Anlage).

Über das Nichtbestehen der Prüfung erteilt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses einen Bescheid.

 V.Ausbildungsverhältnis

§ 20 Gestaltung des Ausbildungsverhältnisses

Das Ausbildungsverhältnis ist entsprechend des Abschnitts 3 der Regelungen im Krankenpflegegesetz in der geltenden Fassung zu gestalten.

VI. Schlussregelungen

§ 21 Übergangsregelungen

Eine vor In-Kraft-Treten dieser Ausbildungs- und Prüfungsempfehlung begonnene Ausbildung zur „Operationstechnischen Assistentin “oder zum „Operationstechnischen Assistenten “wird nach der bisher geltenden Ausbildungs- und Prüfungsempfehlung abgeschlossen.

§ 22 In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten

Diese Ausbildungs- und Prüfungsempfehlung tritt ab dem 1.September 2004 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Ausbildungs- und Prüfungsempfehlung vom 26.Juni 1996 außer Kraft.

Anmerkungen:

Solange eine bundesweite Regelung oder in einem Bundesland eine landesrechtliche Regelung der Ausbildung im Sinne dieser Empfehlung nicht besteht, nimmt die DKG die Anerkennung der Schulen nach Maßgabe dieser Empfehlung vor.